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Forschungsprojekt für technisch unterstütztes Wohnen im Alter mit DRK

Foto: Betreuer mit Kind auf Haiti

18. Oktober 2010

Im Rahmen eines Verbundprojektes mit Beteiligung der Technischen Universität Kaiserslautern (Lehrgebiet Automatisierungstechnik, Leitung Prof. Lothar Litz, und Lehrgebiet Stadtsoziologie, Leitung Prof. Annette Spellerberg) und dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Kaiserslautern-Stadt (Leitung Marco Prinz) wird an der Entwicklung eines technischen Assistenzsystems für das selbst-bestimmte Wohnen im Alter geforscht.

Es wird untersucht, inwiefern diese Technik helfen kann, die Lebensqualität älterer Menschen zu erhalten oder sogar zu verbessern. Das Projekt knüpft an Erfahrungen mit intelligenter Wohntechnik (AAL) in der Albert-Schweitzer-Straße in Kaiserslautern an.

Für das im August 2010 gestartete Forschungsprojekt werden einige der bestehenden Wohnungen älterer Mieterinnen und Mieter des Deutschen Roten Kreuzes in Kaiserslautern mit moderner Hausautomatisierungs- und Kommunikationstechnik, wie zum Beispiel Bewegungsmelder, elektrische Rollläden, Fenster- und Türsensoren, Fernöffnen von Haus- und Wohnungstür, Kamerabilder, usw. ausgestattet. Die Wohnungen werden weitgehend mit funkbasierter Technik nachgerüstet, so dass keine baulichen Änderungen vorgenommen werden müssen. Den Kern der Technik bildet der intuitiv zu bedienende Touchscreen-Computer "PAUL" (Persönlicher Assistent für Unterstütztes Leben), mit dem u.a. die Steuerung der Technik möglich ist. AAL steht für "Ambient Assisted Living" und meint eine Umgebungstechnik, die intelligent, aber nicht unbedingt zu spüren ist. Sie gilt als viel-versprechender Ansatz, möglichst lange selbstbestimmt in der vertrauten Wohnumgebung leben zukönnen. Die eingesetzte Technik soll den Komfort  erhöhen, wird daneben aber auch für Sicherheit und Gesundheit eingesetzt.

Ein Ziel des Lehrgebiets für Automatisierungstechnik an der TU Kaiserslautern unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Lothar Litz besteht darin, bezahlbare Hausautomatisierungstechnik mit hohem Alltagsnutzen passgenau zu entwickeln. Daneben soll eine Notfallerkennung eingesetzt werden, die auf der Beobachtung von ungewöhnlicher Inaktivität beruht. Hieraus kann auf spezielle Notsituationen geschlossen werden und automatisch ein Nachbar, ein naher Angehöriger oder die Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Kaiserslautern informiert werden. So übernimmt das Deutsche Rote Kreuz im Projekt nicht nur die Aufgabe des Vermieters, sondern auch die eines Dienstleisters und Forschungspartners.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Annette Spellerberg, Lehrgebiet Stadtsoziologie an der TU Kaiserslautern, werden in der begleitenden sozialwissenschaftlichen Forschung die beteiligten Haushalte untersucht, inwieweit sie die intelligente Technik nutzen und akzeptieren. Kann die eingesetzte Technik die Wohnzufriedenheit der Menschen in ihren Wohnungen steigern? Welche Technikbereiche werden abgelehnt? Diese und andere Fragen sollen beantwortet werden. Die Erfahrungen der Nutzung sind wichtig, um die Technik weiter zu entwickeln.

Das Projekt in Kaiserslautern ist Teil des auf drei Jahre angelegten Verbundprojektes "Technisch-soziales Assistenzsystem für Komfort, Sicherheit, Gesundheit und Kommunikation im innerstädtischen Quartier (TSA)". Weitere Projektpartner sind die Gemeinnützige Baugenossenschaft Speyer eG. (GBS; Konsortialführer), die Firma CIBEK technology + trading GmbH, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Kreisverband Vorderpfalz e.V. und die Arbeiter-wohlfahrt (AWO) Pfalz. Das Projekt hat ein Volumen von insgesamt rund einer Million Euro und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms "Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben" gefördert.

Quelle: Prof. Dr. Annette Spellerberg, Lehrgebiet Stadtsoziologie, Pfaffenbergstraß 95, 67663 Kaiserslautern