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Das Deutsche Rote Kreuz klinkt sich ein

Foto: Betreuer mit Kind auf Haiti

2. Februar 2011

Diverse Initiativen am Technologiestandort Kaiserslautern forschen an der Entwicklung technischer Assistenzsysteme zur Unterstützung des selbstbestimmten Wohnens im Alter. Zentraler Akteur ist dabei eine Forschungsgruppe der Technischen Universität Kaiserslautern um Lothar Litz (Lehrstuhl Automatisierungstechnik) und Annette Spellerberg (Lehrgebiet Stadt-soziologie). In einem gemeinsamen Verbund-projekt ergänzt nun das DRK Kaiserslautern-Stadt mit seinen Kompetenzen die Entwicklungsarbeit der Wissenschaftler.

Das Kooperationsprojekt ist Teil des auf drei Jahre angelegten Forschungsprogramms „Technisch-soziales Assistenzsystem für Komfort, Sicherheit, Gesundheit und Kommunikation im innerstädtischen Quartier (TSA)“. Die Initiative wird vom Bundesminister für Bildung und Forschung im Zeitraum von drei Jahren mit rund einer Million Euro gefördert. Weitere Partner sind die Gemeinnützige Baugenossenschaft Speyer, die Herstellerfirma Cibek, die Arbeiterwohlfahrt Pfalz sowie der DRKKreisverband Vorderpfalz.

Ziel des gemeinsamen Projekts ist es eben, Assistenzsysteme zu erforschen und zu entwickeln, die es älteren Menschen ermöglichen, ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen. In dem Touchscreen-Computer PAUL („Persönlicher Assistenz für Unterstütztes Leben“) sollen entsprechende Funktionen wie die elektrische Rollladen-Bedienung, Fenster- und Türöffner bis hin zu Telekommunikation und Notfallerkennung gebündelt werden. Der PAUL dient als Plattform zur Unterstützung des alltäglichen Lebens älterer Menschen in der eigenen Wohnung.

Dementsprechend entwickelt die Forschergruppe eine technische Ausstattung für Wohnungen. Die allerdings nicht nur beim Thema „Altern“ zum Einsatz kommen kann: Die jeweiligen Komfort- oder Kommunikationsfunktionen eröffnen auch Zielgruppen jüngerer Generationen. Der primäre Ansatz allerdings ist es, Hürden im Lebensumfeld älterer Menschen abzubauen – mit Hilfe moderner Technologie und Sensorik.

Mit diesem Ansatz klinkt sich nun auch das DRK in die Forschungsarbeit. Ziel des Forschungsprojektes sei zunächst, aus technologischer Sicht herauszufinden, welche Funktionen sich mit PAUL umsetzen lassen, erläutert der Lauterer DRK-Geschäftsführer Ralf Marco Prinz. Zudem prüfe man aus soziologischer Perspektive, welche Technologien von den potentiellen Nutzern überhaupt nachgefragt und angenommen werden, auf welche Akzeptanz die Technik also treffe. Das DRK sucht in dem gemeinsamen Forschungsverbund nach Erkenntnissen unter anderem bezüglich der Weiterentwicklung des eigenen Hausnotrufsystems.

So werden in der Kaiserslauterer Augustastraße Wohneinheiten des DRK mit der ambienten, also ins Lebensumfeld integrierten, Technologie ausgestattet. Damit verbunden ist eine Felduntersuchung in der Praxis. Prinz: „Aus Sicht des DRK sind wir daran interessiert, in der Wohnungsvermietung neue, innovative Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln.“ Darüber hinaus wolle man in Verbindung mit der Assistenz-Technologie neue Dienstleistungen erforschen, beziehungsweise mögliche Anwendungen mit bestehenden DRK-Dienstleistungen verknüpfen.

Prinz gibt ein Beispiel: Etwa könnten über die Anwenderplattform PAUL etwa auch DRK-Angebote wie „Essen auf Rädern“ oder Pflegeservices abgerufen werden. Drittens bietet sich mit PAUL eine technische Erweiterung der Notfallerkennung. Prinz spricht vom „Hausnotruf 2.0“. Der DRK Kreisverband Kaiserslautern- Stadt ist führender Anbieter in der Region für Rettungsdienst (91 Prozent Marktanteil), Hausnotruf (rund 500 Kunden) und diverse Dienstleistungen für Ältere. Gerade auf dem Feld bietet PAUL schlüssiges Entwicklungspotential: „ Die Menschen haben bereits vertrauen in unser altbewährtes Hausnotrufsytem, in die Marke DRK“, erklärt Prinz. Über entsprechende intelligente Assistenzsysteme, die ins Lebensumfeld integriert sind, lasse sich der bewährte „Notfallknopf“ technologisch ergänzen. Dabei spricht Prinz aus dem Blickwinkel des DRK. Zugleich betont er das übergeordnete Ziel des Forschungsprojektes. Die Intention sei, neue Dienstleistungen und Produkte zu entwickeln, um das Wohnumfeld älterer Menschen möglichst barrierefrei für ein selbstbestimmtes Leben zu gestalten. „Dabei kommen wir dem Wunsch älterer Menschen nach, die in Ihren eigenen vier Wänden leben möchten.“ Damit entspreche man zugleich volkswirtschaftlichen Bestrebungen zur Bewältigung des demografischen Wandels.

Quelle: Wochenblatt Kaiserslautern